Im Koalitionsvertrag ist vereinbart, ein neues Modell der freiwilligen Nachmittagsbetreuung vorzulegen. Der Bildungsarbeitskreis der CDU-Landtagsfraktion hat in den vergangenen Wochen ein Konzept mit dem Titel „Flexibler Ganztag“ erarbeitet. Ende September wurde das FGTS-Konzept im Rahmen der Veranstaltung “Fraktion im Dialog” im Landtag des Saarlandes vorgestellt. „Die FGTS ist die meist gewünschte Form der Nachmittagsbetreuung, da viele Eltern Wert auf Freiwilligkeit und Flexibilität legen. Unsere Schulen brauchen ein Budget aus Wochenstunden und Finanzmitteln, um ein flexibles und qualitativ hochwertiges Angebot zu entwickeln“, sagt der Landtagsabgeordnete Alexander Zeyer.

Neben einer festen Kernzeit bis 16.30 Uhr schlägt der Bildungsarbeitskreis einen modularisierten Nachmittag vor – Schule und Träger könnten dazu ein Lernzeit-Konzept entwickeln. „Wir wollen weg von der starren Hausaufgabenbetreuung. Dazu sollten wir die Lehrerwochenstunden nicht nur erhöhen, sondern auch effektiver gestalten: Denkbar wären eine Sport-AG, kulturelle Angebote oder eine Lese- bzw. Rechtschreibwerkstatt.“ Des Weiteren sollen die Betreuungszeiten ausgeweitet werden. So sollen eine Frühbetreuung (7 bis 8 Uhr vor dem Unterricht) und eine Spätbetreuung (16.30 bis 18 Uhr) eingerichtet werden und einzeln dazu gebucht werden können. Ein weiterer zentraler Punkt aus Sicht des Bildungsarbeitskreises: den Schulen ein festes Budget an Schulsozialarbeit zuzuweisen. „Das Thema multiprofessionelle Teams muss auch bei der FGTS eine Rolle spielen“, erläutert Zeyer.

An der Veranstaltung nahmen Lehrkräfte, Erzieher, Eltern und Vertreter der Träger der FGTS teil. Frank Wagner und der jugendpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Alexander Zeyer, standen den 180 Teilnehmern im Anschluss der Vorstellung für Fragen und Anregungen zur Verfügung. „Unser Konzept ist nicht in Stein gemeißelt. Politik am grünen Tisch ist in unseren Augen der falsche Weg, deshalb wollen wir die Meinungen und Anregungen in die Überarbeitung unseres Konzepts einfließen lassen“, sagt Zeyer. Die hohe Teilnehmerzahl zeigte, dass diese Thematik als sehr wichtig erachtet wird und man sich eine Modernisierung der FGTS wünscht.

Das neue Modell „flexibler Ganztag“ soll an 4-6 Standorten im Saarland als Schulversuch eingerichtet werden und in einer zweijährigen Projektphase getestet werden. An der Veranstaltung nahmen auch zahlreiche Vertreter aus dem Landkreis St. Wendel teil. „Ich werde mich dafür einsetzen, dass dieses neue Modell auch an einem Standort in unserem Landkreis eingerichtet wird. Die FGTS ist gerade in unserem Landkreis flächendeckend etabliert und sehr viele Eltern wünschen sich auch weiterhin ein freiwilliges, flexibles Modell. Mehrere Standorte aus unsere Region haben schon angefragt und interessieren sich für eine Teilnahme an diesem Schulversuch“, so der St. Wendeler Landtagsabgeordnete Alexander Zeyer abschließend.